An der Universität Wien werden jährlich herausragende abschließende Arbeiten (ABA) in den Fächern Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik und Physik mit dem Dr. Hans-Riegel-Fachpreis prämiert. Sarah El Battawy aus der 8A-Klasse erhielt für ihre ABA „Selbstwahrnehmung im Tierreich – Vergleich Tier-Mensch“ den sensationellen 3. Preis in dem Fach Biologie! Wir gratulieren ihr ganz herzlich zu dieser tollen Auszeichnung und Würdigung ihrer herausragenden ABA!
In ihrer abschließenden Arbeit beschäftigte sie sich mit der Forschungsfrage, ob sich Hühner selbst im Spiegel erkennen können und führte dafür eine einmonatige Feldstudie durch.

Versuchsaufbau des Spiegeltests (Foto von Sarah El Battawy)
Nachfolgend ist der Abstract der Arbeit zu lesen:
„Die Selbstwahrnehmung ist ein Bereich, in dem viel geforscht wird. Sie wird in der Kognitionswissenschaft folgend beschrieben: Die Selbstwahrnehmung ist ein Prozess, in dem ein Lebewesen selbst zum Objekt der eigenen Aufmerksamkeit wird. Dieser Prozess wird hauptsächlich mit Hilfe des Mark Tests untersucht. Beim Mark Test wird die Körperstelle eines Individuums mit einem farbigen Fleck markiert. Die Markierung darf jedoch nicht im Blickfeld des Versuchtieres erscheinen, sondern darf erst im Spiegelbild erkannt werden. Die Selbstwahrnehmung wurde erst bei wenigen Tierarten nachgewiesen, beispielsweise bei den asiatischen Elefanten, Menschenaffen usw. 2023 wurde erstmals eine Studie zur Selbstwahrnehmung von Hähnen durchgeführt.
In der vorliegenden Arbeit wurde die Selbstwahrnehmung bei zwei Hühnern untersucht. Hierfür wurden im Sommer 2025 zwei Junghennen für 21 Tage beobachtet. Nach Vorbeobachtungen wurde ein Verhaltensregister erstellt, um die Versuche zu analysieren und interpretieren. Anschließend wurden vier verschiedene Experimente durchgeführt. Zuerst wurden die Verhaltensweisen ohne Spiegel und Markierung beobachtet, um die eigentlichen Verhaltensweisen der Hühner ohne Ablenkung des eigenen Spiegelbilds oder Markierung zu ergründen. In diesem Versuch haben die Hühner vor allem folgende Verhaltensweisen gezeigt: Ausschau halten, Lokomotion und Picken im Gras. Der zweite Versuch war der Spiegeltest. In diesem Versuch konnte vor allem das Ausschau halten, die Interaktion mit dem Spiegelbild und das Putzverhalten verzeichnet werden. Das dritte Experiment war der Mark Test ohne Spiegel. Dieser Test diente als Kontrollversuch, ob die Hühner die Markierung auch ohne Anwesenheit des Spiegels bemerken. Die Hühner nahmen die Klebemarkierung nicht wahr, dies verifizierte die Resultate vom Mark Test. Der letzte Versuch war der Mark Test. In dieser Testreihe wurde viermal das Herunterpicken des Punktes beobachtet. Am meisten Zeit verbrachten die Hühner beim Picken im Gras, Ausschau halten und dem Agieren mit dem Spiegel. Dies weist auf ein mögliches Indiz der Selbstwahrnehmung hin. Jedoch können nur zahlreiche weitere Studien Hinweise zu einem solch komplexen und schwer nachweisbaren Verhalten liefern.“
Die gesamte Arbeit ist hier nachzulesen: Abschließende Arbeit Sarah El Battawy (1)

