Freiarbeitsorientierte Klassen in der Unterstufe

Viele Kinder haben Freiarbeit und offene Lernformen in der Volksschule kennen und schätzen gelernt.

Seit dem Schuljahr 1998/99 eröffnen wir daher eine unserer ersten Klassen pro Jahrgang als freiarbeitsorientierte Klasse. Offene Lernformen kommen hier in allen Fächern verstärkt zum Einsatz.

 

Was genau heißt das?

Regelmäßig erhalten die Kinder in den verschiedenen Fächern einen Lernplan mit zu erledigenden Arbeitsaufträgen. Zur selbständigen Erledigung werden den Kindern einige Unterrichtsstunden des Faches (meist 2 – 4) zur Verfügung gestellt. Die Arbeitsaufträge sind in Pflicht- und Wahlaufgaben unterteilt. Wann welche Aufgabe im vorgegebenen Zeitrahmen erledigt wird, bleibt dem Kind überlassen.

Manche Aufgaben sind alleine, andere in Partnerarbeit und manche in Gruppenarbeit zu tun. Die Kinder genießen es, in ihrem persönlichen Tempo zu arbeiten.

Die Lehrkraft fungiert als AnsprechpartnerIn und HelferIn. Pflichtaufgaben werden von der Lehrkraft bis zum Ende der offenen Lernphase kontrolliert.

 

Schwerpunktwochen

Mehrmals im Jahr gibt es eine Schwerpunktwoche, in der alle Fächer den Unterricht öffnen. In diesen Freiarbeitsphasen können die Kinder unabhängig vom sonst gültigen Stundenplan ihre Arbeitsaufträge erledigen und sich z.B. in einer stundenplanmäßigen Deutschstunde auch mit Mathematik-, Biologie- oder Englischaufgaben befassen.

Manchmal gibt es in so einer Schwerpunktwoche auch ein Generalthema, zu dem alle Fächer inhaltlich beitragen und Arbeitsaufgaben erstellen.

 

Warum offene Lernformen?

Diese Arbeitsformen fördern die Selbständigkeit, die Teamfähigkeit und die Selbstorganisation der Kinder.

 

Und was sagen die Kinder?

Die Kinder schätzen den offenen Unterricht sehr. Hier einige Zitate von Mädchen und Buben aus der letztjährigen freiarbeitsorientierten ersten Klasse:

„Am offenen Lernen gefällt mir, dass ich mir meine Arbeit aussuchen kann.“

„Man kann selbst bestimmen, was man in der Stunde lernt und wie lang man sich mit einer Aufgabe beschäftigt“

„Toll ist, dass es zu jedem Fach Lernmaterial in der Klasse gibt, mit dem man sich beschäftigen kann.“

„Mir gefällt, dass es Aufgaben und Material zum Aussuchen gibt.“

„Man kann auch länger üben, wenn man in einem Fach nicht so gut ist.“

„Offenes Lernen ist ganz schön anstrengend, weil wir selber denken müssen!“

 

Irene Krieger